Woche Nr. 1
In meiner ersten Nacht verbrachte ich irgendwo in Polen (oder war es doch in Tschechien?) im Nachtzug auf der Schiene.
Am frühen Morgen kam ich in Wien an und bezog die gemietete Wohnung. Ich musste mich sofort hinlegen. Die Erfahrung im Nachtzug war amüsant aber nicht besonders erholsam.
Mein erster Tag verlief sehr erfreulich. Alle Kollegen waren ausnahmslos freundlich, und ich fühlte mich sofort sehr wohl. Außerdem bekam ich ein riesiges Büro zur alleinigen Nutzung.
Und ich hatte die Gelegenheit, in den ersten beiden Tagen viele wichtige Bestände des Archivs der Republik zum Einstieg kennenzulernen.
Zuerst arbeitete ich mit einem Kollegen an der Revision von
Überlieferungen des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Dabei verglichen wir die Überlieferungen mit dem mitgelieferten Aktenverzeichnissen und
ordnete anschließend numerisch. Dadurch wurden sie endgültig dem Teilbestand
zugeordnet und können später von Benutzern eingesehen werden.
Als nächste Aufgabe erhielt ich die Verzeichnung der
Personalakten der Volksoper Wien aus den 90ern. Auf den ersten Blick mögen sie
wie Massenakten erscheinen, die nicht unbedingt Priorität im Archiv haben. Aber
wenn man bedenkt, welche zahlreichen Persönlichkeiten in den 90ern in der Volksoper
Wien tätig waren, wurde die Verzeichnung als notwendig erachtet. Da die Anzahl
der überlieferten Personalakten jedoch sehr hoch ist, werde ich noch die
kommende Woche damit beschäftigt sein.
Des Weiteren erhielt ich Einführungen u. a. in den
elektronischen Akt (ELAK) und in das Archivinformationssystem, da Österreich
bereits 2004 die Einführung der eAkte durchgeführt hatte. Daher läuft die
Arbeit (fast) papierlos ab.
In meiner Freizeit habe ich die Besuche der Wiener Staatsoper und des Schlosses Schönbrunn am meisten genossen.

